Oberster Schüler, Schwert der Verzweiflung
Auf der hohen Plattform fangen drei Schüler einen roten Faden mit ihren Schwertspitzen auf und ziehen den Obersten Schüler daran empor, bis er kopfüber in der Luft hängt. Von den Fäden gezogen schwingt er die Klinge in seinen Händen, wie eine Puppe, die sich von ihren Fäden loszureißen versucht. Wie ein Gespenst versprüht er unzählige messerscharfe rote Fäden aus den schwarzen Höhlungen seines Gesichts. Sie winden sich durch die Luft und schneiden hindurch wie blutige Tränen.
Einst liebte er eine Frau aus einer verruchten Sekte. Die Führung des Mandats duldete ihre Liebe nicht und trennte das Paar mit einem einzigen Befehl. Der Oberste Schüler hatte kaum etwas außer seiner Schwertformation gekannt. Was wusste er schon von Intrigen? Zum ersten Mal in seinem Leben lehnte er sich unbeholfen gegen seine Sekte auf. Dafür konnte er nur hilflos zusehen, wie seine Liebste gefoltert und mit Wunden übersät wurde. Selbst seine unvergleichliche Schwertformation konnte diejenige nicht beschützen, die er beschützen wollte.
Als sein Herz gebrochen war, blieb kaum etwas, dessen Verlust er noch fürchtete. Alles, was ihm geblieben war, vertraute er den Fäden an.
Was macht es schon, wenn er wie eine Puppe kopfüber hängt? Wenigstens würden sie die Fäden dieser Puppe selbst in den Händen halten.