Yuding, Nr. 12, Mondsichelglefenpuppe
Eine Mondsichelglefenpuppe der „Gefäßklasse“, die den Übungsplatz im Anwesen der Trugbilder bewacht. Groß und eindrucksvoll steht sie in ihrer prächtigen Rüstung da, das weiße Haar weht hinter ihr. Sie führt eine äußerst schwere, langstielige Mondsichelglefe mit eingravierten Loong-Motiven. Ihre Techniken verbinden Spalthiebe, weite Schwünge, Blocken, Anheben, Drehen und Zustoßen. Sobald sich eine Lücke bietet, hakt sie die Klinge um den Hals ihres Gegners und umkreist ihn. Blaues Licht wirbelt entlang der Klinge und sammelt sich zu einem kräftigen Windstoß, während der Schaft hinter sie schwingt, bevor sie die Waffe wuchtig niederfahren lässt.
Bevor der Herold sie zur Puppe machte, besaß sie außergewöhnliches Talent für die Kampfkunst und bewunderte die heldenhaften Generäle der Bühne. Ihr Meister gab ihr die Mondsichelglefe: Der Klingenrücken war der Himmel, die Schneide die Erde, die Spitze der Herrscher und der Schaft der Meister. Von da an wurde die Waffe ihr ganzes Leben. Ihre Kunst wuchs stetig, bis ihr schließlich niemand mehr einen würdigen Kampf bieten konnte.
Als der Herold sie zur Puppe machte, spürte sie kaum Schmerz. Auch danach schien sich wenig verändert zu haben. Es war, als seien jene, die unter ihrer Klinge fielen, nun einfach Puppen statt Menschen. Noch immer versteht sie die Wut der Anhänger des Pfads der Rechtschaffenheit nicht. Warum verurteilen sie ihre grausamen Gemetzel, während kaum jemand die Maskenwanderer dafür verurteilt, dass sie dasselbe tun?
Doch deren Wut zu verstehen, interessiert sie auch nicht. Nur wer sie besiegen kann, ist es wert, verstanden zu werden.